Der Stand der Dinge

TL;DR

Ich werde wohl bis auf weiteres nicht mehr streamen können, 1&1 hat’s verbockt (und mein Vertrauen in sie)!

Was bisher geschah …

Da freut man sich, dass man seinen Wohnraum erweitern kann und ist fleißig am Renovieren, Aufräumen und Umräumen, Möbel kaufen und Aufbauen sowie am Putzen immer wieder und wieder etc.pp – Raum für Raum wird langsam erobert – alles schien besser zu werden, doch wo Licht ist, da ist auch Schatten.

Und so begab es sich Mitte Januar 2020, dass man den Telefon- und Internetanschluss im neuen Wohnbereich haben möchte, um DECT und WLAN effizienter nutzen zu können. Das bedeutet, dass man innerhalb des Hauses umzieht, von einem Anschluss zum anderen. Kann ja nicht so tragisch sein, habe ich mir gedacht, doch das war schon meine erste geistige Verwirrung in diesem Prozess.

Ich stellte also bei meinem Provider 1&1 einen Umzugsantrag inkl. aller geforderten Daten, eben auch die Telefonnummer des Vormieters im für mich neuen Wohnbereich. Nach meinen bisherigen Erfahrungen müsste der Techniker in der Schaltstelle einen Schalter umlegen und fertig – meine 2. geistige Fehlleistung.
Interessante Info: Der Umzug innerhalb eines Hauses kostet auch erst mal knappe 70 Euro. Naja gut, nützt ja nix, es wird ja danach besser – na, ratet mal … ja richtig, geistiges Unvermögen Nr. 3.

Drei Wochen später bekomme ich einen Anruf aus dem 1&1 Callcenter, mit der Info, dass man an meinem Anschluss keine 100/40er DSL-Leitung schalten könnte und ich wurde allen ernstes gefragt, ob ich wüsste, woran das liegt. Ich wusste das natürlich nicht und warf direkt mein Hirnschmalz mit in die Waage, um das heraus zu finden. Es stellte sich nebenbei heraus, dass die Dame am Ende der Leitung trotz aller angegebenen Informationen im Umzugsformular, nicht mal wusste, dass ich innerhalb des Hauses umziehe und dass ich die Telefonnummer des Vormieters angegeben hatte. Nun meinte sie, dass es an meinem alten Anschluss liegen würde, dass die keinen neuen für das Haus schalten könnten und schlug mir vor, den alten Anschluss per sofort zu kündigen und den neuen zu beauftragen. Das hieße aber, dass ich quasi ab sofort für 3 bis 4 Wochen, je nach dem wie schnell 1&1 die Anträge abarbeitet, gar kein Internet hätte. Das habe ich mal dankend abgelehnt und einen Alternativvorschlag gefordert. Am anderen Ende der Leitung wurde anscheinend rumgegrübelt und es kam minutenlang kein Vorschlag. Ich blieb energisch bei meiner Forderung und dann kam doch noch dieses: Man würde mir im neuen Wohnebreich erstmal einen 16/1er DSL-Anschluss auflegen, anschließend würde der alte Anschluss abgeklemmt und der neue einfach wieder auf den 100/40er Tarif hochgesetzt. Damit hätte ich zwar erst mal nur langsames Internet, aber immerhin besser als gar keins und es sollte ja auch nur vorrübergehend sein. Also ließ ich mich darauf ein. Ich dachte mir, das wird schon klappen und habe auf die Aussagen am Telefon vertraut – geistiges Stolpern numero quattro.

Eine neue Hoffnung … nicht!

Nach “sagenhaft schnellen” zweieinhalb Wochen kam dann der Techniker, legte in der Schaltstelle einen Schalter um und kam quasi nur noch zum Aufkleber auf die Telefondose Kleben in die Wohnung, denn der Neuanschluss hat über die Schaltstelle wie erwartet einwandfrei funktioniert.
Wir kamen so ins Gespräch und ich erzählte ihm, was mir an der 1&1 Hotline bzgl. des Umschaltens gesagt wurde, läge am Haus usw. Da hat er nur gegrinst, den Kopf geschüttelt und gab mir da schon eine ziemlich klare Vorstellung der Dinge, die sich nun tatsächlich eingestellt haben. Aber ich wollte das zu der Zeit einfach nicht wahr haben – eine große Nr. 5 bei geistig … ihr wisst schon was.

Eine Woche nach der erfolgreichen Schaltung des 16/1er DSL-Anschlusses, war mein Tarif immer noch nicht aufgestockt worden. Ich beschloss, das nun selbst in die Hand zu nehmen und habe den entsprechenden Tarifwechsel online beantragt. Innerhalb nur weniger Tage bekam ich per E-Mail die Stornierung meines Antrages, mit der Angabe, dass der Tarif an meinem Anschluss aus technischen Gründen nicht aufgestockt werden kann. Da war ich erstmal Baff und auch schon reichlich angesäuert. Mir klangen plötzlich wieder die Worte des Technikers im Ohr “Das ist Quatsch, die Schaltstelle wird voll sein, so dass kein weiterer großer Anschluss geschaltet werden kann.” und ich ärgerte mich auch ein wenig über mich selbst, wegen meiner Blauäugigkeit. Aber zu dem Zeitpunkt, als der neue Anschluss geschaltet wurde, konnte ich doch schon gar nichts mehr machen, oder? Ich nahm umgehend das Telefon zur Hand und wählte die Nummer der 1&1 Hotline. Auf die Computer generierte Frage, ob es für mich okay sei, dass das Gespräch aufgezeichnet und ich dem zustimmen würde, antwortete ich mit einem klaren “Ja” und fügte leise noch hinzu “unbedingt”.

Das “Imperium” schlägt zu

Das Warten in der Warteschleife war überraschend kurz und am anderen Ende der Leitung erklang eine nette Frauenstimme. Ich meldete mich mit meinem Namen und entschuldigte mich vorab dafür, das sie nun meine Wut und meinen Frust abbekommen würde, den ich erstaunlicher Weise doch recht gut zügeln konnte und das trotz der Enttäuschung, die sich in mir breit machte. Meine Schilderungen des Umstandes blieben sachlich und verständlich, aber auch klipp und klar. Sie bat mich, ein paar Minuten in der Leitung zu warten, da sie mit der Technikabteilung dazu Rücksprache halten möchte. Ich war einverstanden. Dauerte auch tatsächlich gar nicht so lange, aber die Antwort gefiel mir ganz und gar nicht: “Aus technischen Gründen sei es an meinem Anschluss nicht möglich einen 100/40er DSL-Anschluss zu schalten.”. Es täte ihr leid, behauptete sie noch. Ich spürte wie es in mir so langsam hoch zu kochen begann und forderte dennoch sachlich und nicht zu laut, dass mir 1&1 gefälligst eine Lösung anbieten solle. Schließlich haben sie es ja auch verbockt und ich bin der Leidtragende. Am anderen Ende der Leitung blieb es für mich mittlerweile unerträglich lange still, wobei ich im Nachhinein ehrlich zugeben muss, dass es mir nur so lange vorkam. Dann kam doch noch ganz kleinlaut und gerade noch bevor mir die Hutschnur nicht nur hoch zu gehen, sondern diese und der ganze Hut dazu zu zerbersten drohte, der Vorschlag, dass man ja versuchen könnte, zumindest nen 50/2er DSL-Anschluss zu schalten.
“Ja, machen Sie das!”, sagte ich mittlerweile recht laut und legte auf, bevor mir noch schlimmere Dinge dem Mundwerk entweichen konnten, das Gespräch wurde schließlich aufgezeichnet.

Das ist nun auch schon wieder 3 Tage her und nichts ist passiert – keine E-Mail, keine Info, kein Nichts. Ich fürchte, dass ich in 3 – 4 Wochen entweder einen Anruf oder eine schlichte E-Mail bekomme, worin mir dann mitgeteilt wird, dass der Anschluss aus technischen Gründen nicht aufgestockt werden kann.

Eine Meinung zwischendurch

Entschuldigt die Wall of Text, aber das musste ich mir jetzt einfach mal von der Seele schreiben. Zu guter Letzt möchte ich noch festhalten:

  • Wenn man etwas nicht zu leisten im Stande ist, dann möge man dieses, gerade als Unternehmen gegenüber seinen Kunden, auch klar kommunizieren und nicht falsche Hoffnung schüren, nur um diese dann mit Füßen zu treten.
  • Haben wir als einfache Verbraucher überhaupt noch eine Chance auf faire Behandlung seitens großer Unternehmen? Eigentlich können die sich doch mittlerweile fast alles leisten, der “kleine Mann” ist doch von vorne herein finanziell schon ausgestochen, oder?
  • Vertraut niemals irgendwelchen Versprechungen am Telefon von 1&1 oder lasst euch diese zumindest schriftlich und rechtlich verbindlich geben, so dass ihr sie darauf festnageln könnt (das trifft sehr wahrscheinlich auch für viele andere Großunternehmen zu).

Die Rückehr des Knieblond?

Mit einer 16/1er DSL-Leitung kann ich froh sein, wenn ich ordentlich zocken kann. Gerade in einem 4 Personen Haushalt, wo auch tatsächlich mal alle gleichzeitig das Internet nutzen (bevorzugt Streamingdienste), muss ich damit zufrieden sein, dass der Livestream, den ich nebenbei schauen möchte, nicht all zu oft ruckelt. An selber Streamen ist damit bei aller Liebe nicht im Traum zu denken. Ich bleibe hier weiter am Ball und werde versuchen, doch noch irgendwann meinen 100/40er DSL-Anschluss wieder zu bekommen. Und ich wäre nicht euer knieblondes Ungetüm, wenn mir in der Zwischenzeit nicht auch noch multimediale Alternativen zum Streamen einfallen würden (schaut gelegentlich hier auf meiner Webseite vorbei oder folgt mir auf https://twitter.com/knieblond). Ich überlege mir was, versprochen.

Euer Knieblond

Ein Gedanke zu „Der Stand der Dinge

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